Nachklapp Zirkuläre Impulse 3 Lindlar – Zirkuläres Bauen im öffentlichen Raum

Nicole Mirgeler, Stadtplanerin und Leiterin der Stabsstelle Gemeindeentwicklung Lindlar präsentierte die Planungen und Entwicklungen rund um die „Lindlarer Freiräume“. Die Gemeinde Lindlar setzt mit diesem Konzept zirkuläres Bauen und Klimawandelanpassung im öffentlichen Raum um.

Die „Lindlarer Freiräume“ sind Bestandteil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts, das der Gemeinderat von Lindlar 2022 für die gesamte Kommune beschlossen hat. Es beinhaltet das Schul- und Kulturzentrum, die barrierearme und parkplatzfreie Neugestaltung des öffentlichen Raums im Ortskern, einen Freizeitpark und einen Park sowie Busbahnhof und Marktplatz.

Gestartet werden soll mit dem Schul- und Kulturzentrum. Hier besteht wegen der vielen versiegelten Flächen und in die Jahre gekommenen Anlagen großer Handlungsbedarf. Die Neugestaltung der Außenanlagen des Schul- und Kulturzentrums wurden weiter konkretisiert und sind Teil des ersten Städtebauförderantrags für 2023, der zusammen mit einem Gesamtantrag bei der Bezirksregierung Köln eingereicht wurde. Ebenso wurde im Rahmen der Regionale 2025 für das Projekt der A-Status beantragt und vergeben. Hierdurch erhofft sich Lindlar privilegierte Zugänge zu Fördermitteln.

Durch ein weiteres Regionale Projekt wurde bereits 2010 ein wichtiger Grundstein für die heutige Entwicklung gelegt. Das Projekt :metabolon wurde am örtlichen Entsorgungszentrum Leppe ins Leben gerufen. Seitdem stehen dort die Themenbereiche Ressourceneffizienz und -schonung, Abfallvermeidung und zirkulärer Wertschöpfung im Mittelpunkt der Forschung und Bildungsarbeit. Ergänzend wurde die „Bergische Ressourcenschmiede – Hub für Zirkuläre Wertschöpfung Hub für zirkuläre Wertschöpfung“ in Zusammenarbeit mit der TH Köln aufgebaut. Durch diese Entwicklungen wurde die Fokussierung auf eine ressourcenschonende und kreislauforientierte Planung des Vorhabens erst möglich.

„Ich kann nicht Klimaanpassung planen, ohne die Maßnahmen gleichzeitig klimaschützend und ressourcenschonend umzusetzen. Beides muss Hand in Hand gehen.“

Nicole Mirgeler, Stabsstelle Gemeindeentwicklung Lindlar

Die Arbeitsgemeinschaft „Ressource und Chance“ unter Federführung des Dortmunder Architekturbüros B.A.S. Kopperschmidt + Moczala GmbH mit WGF Nürnberg sowie GEO-NET Umweltconsulting GmbH und pbo Ingenieurgesellschaft mbH, ist im Juni 2022 als Gewinner des wettbewerblichen Dialoges hervorgegangen und wird das Projekt betreuen. Im Rahmen der Planungen wurde ein Urban Mining und Ressourcenschutzkonzept entwickelt. Flächen sollen entsiegelt und frei werdendes Material wiederverwendet werden. Es wird nicht alles entnommen, sondern nur das was notwendig ist.

Ein wichtiger Schritt für die erfolgreiche Umsetzung ist es, Akzeptanz zu schaffen, insbesondere da Kosten entstehen und der Nutzen teilweise nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Es muss gezeigt werden, dass die vorhandenen Materialien einen Wert haben und dieser Wert erhalten werden soll. Um Akzeptanz bei der Bevölkerung zu erzeugen, soll die gesamte Baustelle als Reallabor eingerichtet werden. Menschen sollen mitbekommen was passiert und die Bedeutung der Veränderungen verstehen lernen. Die neuen „Freiräume“ an der Schule sollen in Schul-Workshops erarbeitet werden.

Bei allen Eingriffen wird vorher überlegt, was mit den Materialien passieren soll. Inzwischen wurde dies für alle Oberflächenmaterialien ermittelt: welche Qualitäten, Materialien und Mengen braucht es, wie müssen entnommene Materialien aufbereitet und wo können sie zwischengelagert werden. So sollen zum Beispiel Pflastersteine des Schulgeländes für die Wegeinfassung des städtischen Parks verwendet werden.

Eine weitere Frage beschäftigt derzeit die Verantwortlichen: Wie kann unter Berücksichtigung zirkulären Bauens rechtssicher ausgeschrieben werden? Bisher gibt es hierbei nur wenige praktische Erfahrungen. Insbesondere die Kostenkalkulation wird schwierig, da es noch viele Unbekannte gibt. Es ist auch nicht klar, was die Bearbeitung der Materialien letztendlich kosten wird. Hierbei wird eine schrittweise Annäherung erfolgen.

Danke an alle, die mit dabei waren!

 

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