Interview: Carsten Preuß
Mineral Waste Manager GmbH
Die Digitalisierung von Materialströmen ist ein wesentlicher Baustein für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Insbesondere bei mineralischen Abfällen wie Boden und Bauschutt entscheidet eine verlässliche Datenbasis darüber, ob Materialien verwertet, zwischengelagert oder entsorgt werden können.
Carsten Preuß von der Mineral Waste Manager GmbH stellt mit der Mineral-Waste-Management-Plattform eine digitale Lösung vor, die Bauunternehmen, Zwischenlagern und Behörden eine effektive und rechtskonforme Steuerung von Materialströmen ermöglicht – unabhängig vom jeweiligen Standort. Der Prozess reicht von der Probennahme über die Laborauswertung bis hin zur finalen Nutzung oder Entsorgung der Materialien.
Kernfunktion der Plattform ist die Analyse und Validierung von Labordaten. Nutzer können Untersuchungsergebnisse hochladen und erhalten klare Handlungsparameter, die eine rechtssichere Bewertung ermöglichen. Abweichungen in Laborberichten werden automatisch erkannt, sodass Manipulationen identifiziert werden können, ohne sensible Informationen für Dritte zugänglich zu machen.
Ein weiterer Fokus liegt auf Transparenz und Austausch: Analysierte Materialien können regional zugeordnet werden, wodurch sichtbar wird, wo sie potenziell eingesetzt werden können. Dies erleichtert die Abstimmung zwischen Bauvorhaben, Zwischenlagern und Entsorgungswegen und unterstützt die Bildung regionaler Netzwerke.
Genutzt wird das System von verschiedenen Akteursgruppen – darunter Bauämter, Geologen, Ingenieurbüros und Bauunternehmen. Für große Bauunternehmen bietet die Plattform insbesondere Vorteile bei der Koordination von Materialtransporten sowie bei der Dokumentation, die für rechtliche Nachweispflichten erforderlich ist.
Durch die lückenlose Nachvollziehbarkeit der Daten, den Schutz der Privatsphäre der Nutzer und die gleichzeitige Transparenz im Prozess fördert die Plattform eine vertrauenswürdige und effiziente Wertschöpfungskette – von der Probenaufnahme bis zur Endnutzung oder Entsorgung.
Im Projekt BzP BUBB OWL wird deutlich, wie digitale Werkzeuge dazu beitragen können, Materialkreisläufe zu schließen, Deponieräume zu entlasten und Boden sowie Bauschutt als Sekundärressourcen nutzbar zu machen.
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