Potentiale rund um Boden und Bauschutt

NRW-Umweltministerium fördert Lösungsansätze zur Deponieraumschonung

Unter Federführung des Kreises Lippe mit seiner Geschäftsstelle Lippe zirkulär wertet ein Expertenteam aus dem Arbeitskreis Boden- und Bauschuttbörse OWL (BUBB OWL) in den kommenden Monaten aus, was schon heute ganz praktisch und wirtschaftlich möglich ist, um Boden und Bauschutt als Sekundärrohstoff der Zukunft zu nutzen. Ziel des Projekts ist es, den Akteuren aus Privatwirtschaft und Kommune die Potentiale von wiederverwendbaren Baumaterialien und -stoffen sowie rechtliche Rahmenbedingungen und digitale Lösungen anwenderleicht an die Hand zu geben.

Durch integrierte Systeme aus Rückbau, Aufbereitung, Zwischenlagerung und Wiederverwendung entstehen geschlossene regionale Materialkreisläufe. Deponien werden dadurch signifikant entlastet: ungefährliche Böden und Materialien verbleiben in der Nutzung, die Laufzeit bestehender Deponien verlängert sich, und der Bedarf an neuen Deponieräumen sinkt. Begleitend gewährleisten Dokumentation, Qualitätssicherung und Monitoring die Nachverfolgbarkeit der Materialflüsse. Prüf- und Zertifizierungssysteme stellen sicher, dass Recyclingbaustoffe und wiederverwendete Böden umweltverträglich sind und den geltenden technischen Anforderungen entsprechen. So wird der gesamte Bauprozess – von der frühen Planung über Rückbau und Materialaufbereitung bis hin zur erneuten Nutzung – als zirkulärer Lebenszyklus verstanden.

Die Handreichung wird zusammen mit dem Haus der Nachhaltigkeit/Lippstadt, ReUse & Trade/Paderborn und dem Wissenschaftsladen Bonn e.V. realisiert. Neben der strukturierten Analyse der bisherigen Entwicklungsschritte der BUBB werden die Erkenntnisse zur Prozessoptimierung und regionaler Übertragbarkeit ausgewertet und dies unter Einbeziehung rechtlicher und juristischer Rahmenbedingungen und Empfehlungen zur Verstetigung regionaler Dialogformate sowie wirtschaftlicher IT-Lösungen.

Insgesamt kann durch die enge Zusammenarbeit von Kommunen, Privatwirtschaft und Wissenschaft die systemische Grundlage für ein zirkuläres System geschaffen werden, das Deponien entlastet, den Markt für Sekundärrohstoffe weiter ausrollt und Ressourcenverbrauch sowie Emissionen reduziert.

Die Ergebnisse inklusive praxisorientiertem Leitfaden für interessierte Gebietskulissen werden am 3. Februar 2026 in den Räumen der Bezirksregierung Detmold mit den Stakeholdern diskutiert. Einladung folgt. 

 

Bildrechte von © W.Eckert/Pixabay

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