Fair Trade

„Geiz-ist-Geil-Mentalität“, „Wegwerfgesellschaft“ sind Schlagwörter, die sich erst in den letzten Jahren entwickelt haben.

Aber will unsere Gemeinschaft, wollen wir wirklich über diese Begriffe definiert werden? Zumal uns allen die Konsequenzen unseres Handelns bewusst sind.
Zielgruppe von „FAIR . NACHHALTIG . HANDELN“ sollen Familien und hierbei gerade Kinder und Jugendliche sein. Das Motto soll umfassender gesehen werden: Es geht nicht nur um ein Mi-teinander (auch global), sondern auch um Nachhaltigkeit. Schwerpunkt bildet eine Tauschbörse, die ein Zeichen gegen das derzeitige Konsumverhalten und einen fairen Umgang gerade im Bereich von Bekleidung setzen soll.

Nach der guten Resonanz auf die Veranstaltung am 2. Oktober 2019 im Kreishaus wird das Projekt fortgeführt und verstetigt.
Einmal pro Jahr soll ein Aktionstag zum fairen und nachhaltigen Handeln mit wechselnden Veranstaltungsorten durchgeführt werden.

Aktuelle Informationen zu dem Projekt:

Leider musste die für 2020 geplante Aktion auf Grund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Es ist aber geplant die Veranstaltung im Sommer 2021 in Horn-Bad Meinberg nachzuholen.

Ein wichtiger Baustein, um das Bewusstsein für fairen Handel zu stärken, sind Bildungsaktivitäten.
Dafür gilt es das Thema „Fairtrade“ in die Schulen zu tragen und mit den Schulen zusammen Aktivitäten zu starten. So wird der Kreis Lippe durch das Dietrich-Bonhoeffer Berufskolleg, welches selbst zur „Fair Trade School“ zertifiziert ist, unterstützt.
Mit den Schülern werden im Rahmen von Unterrichtseinheiten Projekte zum Thema „Fair Trade“ erarbeitet und umgesetzt. Oftmals ergeben sich hieraus Kooperationen für einzelne Veranstaltungen und Projekte.

Aktuelle Informationen zu dem Projekt:

FairTrade-School :
Wer sich beteiligen möchte oder sich einfach informieren möchte, findet zahlreiche Informationen unter:

Der Kreis Lippe sieht seine soziale Verantwortung, auch für Menschen in anderen, ärmeren Ländern.
   Der lippische Kreistag hat daher einstimmig beschlossen, dieser sozialen Verantwortung nachzukommen und sich auf den Titel „FairTrade – Landkreis“ zu bewerben. Das Wachstumspotenzial des Marktes für fair gehandelte Produkte ist offensichtlich. In den letzten Jahren ist der Umsatz stark gestiegen. Das hat auch der Kreis Lippe erkannt und knüpft daran an, um das Bewusstsein für fair gehandelte Produkte im Kreisgebiet zu steigern. Es wurde daher eine Steuerungsgruppe ins Leben gerufen, welche organisatorisch Maßnahmen, Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit plant.

     Um mit gutem Beispiel voran zu gehen, wird fair gehandelter Kaffee und Orangensaft im Kreishaus, auch zu öffentlichen Veranstaltungen, ausgeschenkt. Aber auch mitwirkende Einzelhandelsgeschäften und Gastronomen haben sich dazu verpflichtet, mindestens zwei fair gehandelte Produkte in ihr Sortiment aufzunehmen. Da der Kreis Lippe 46 Einzelhandelsgeschäfte und 23 Gastronomen benötigt, kommt da bereits eine große Auswahl an Geschäften, die FairTrade- Produkte im Angebot haben, zusammen.
Dieser Beitrag durch den Kreis Lippe hat bereits große Auswirkungen auf die Arbeits- und Lebens-bedingungen in den ärmeren Ländern dieser Welt.
In der Zusammenarbeit mit Schulen wird das Thema „FairTrade“ auch im Bildungsbereich umgesetzt.
Durch all diese Aktivitäten konnte der Kreis Lippe die Zertifizierung als „FairTrade – Landkreis“ erwerben.

Auch viele lippische Kommunen engagieren sich und sind als FairTrade-Towns ausgezeichnet: Detmold, Lage, Lemgo, Lügde und Oerlinghausen. Weitere Kommunen haben Interesse an einer Zertifizierung und zum Teil schon erste Schritte dahin unternommen. Mit gemeinsamem Engagement kann im Kreis Lippe ein wichtiger Beitrag zum fairen Handel geleistet werden.

Wer weitere Informationen zu FairTrade-Landkreisen und FairTrade-Towns sucht oder an einer Zertifizierung Interesse hat, kann sich hier informieren.

Tue Gutes und rede darüber –
Man kann es nicht oft genug erwähnen: In der Kantine des Kreishauses wird ausschließlich fairer Kaffee ausgeschenkt! Nicht nur die Beschäftigten des Kreises kommen in diesen Genuss, sondern auch die vielen externen Gäste sowie die Teilnehmer der zahlreichen Besprechungen und Veranstaltungen im Kreishaus.

Gestartet wurde am 12. und 13. Januar 2018 mit der 1. Lippischen Artenschutzkonferenz.
Die Kaffeetrinker wurden mit dem Schild „Sie trinken gerade fair gehandelten Kaffee“ begrüßt und konnten sich gleich an Ort und Stelle davon überzeugen, dass die Annahme vom „schrecklich schmeckenden FAIRTRADE-Kaffee“ ein reines Vorurteil ist. Beschwert hat sich keiner … Dafür hatte man aber auch die Möglichkeit, eine Tasse gegen eine Spende für den Naturschutz zu erhalten – Informationen zum fairen Handel inklusive.

Inzwischen ist es zur schönen Tradition geworden, dass sich der Landrat zu Weihnachten bei seinen Mitarbeitenden mit einer persönlich ausgeschenkten Tasse Fairtrade-Kaffee bedankt.

Des Deutschen liebster Saft ist Orangensaft. Seit 2009 hat er den bis dahin unangefochtenen Spitzenreiter Apfelsaft auf den zweiten Platz verwiesen. Aber wer weiß schon, dass knapp 80% der weltweiten Orangensaftkonzentrat-Exporte aus Brasilien stammen, wo drei große Unternehmen den Markt dominieren. Über die sehr schlechten Arbeitsbedingungen auf den riesigen Monokulturen erfährt man eher wenig: Arbeiterinnen und Arbeiter sind giftigen Pestiziden ausgesetzt, erhalten Hungerlöhne und erleiden bei körperlicher Schwerstarbeit häufig Unfälle. Bei den Erntearbeiten sind oft auch Kinder dabei – viele von ihnen jünger als 14 Jahre.

Auch das fair gehandelte Orangensaftkonzentrat stammt aus Brasilien – hier werden die Arbeitsbedingen allerdings offen gelegt. Ein guter Grund für Axel Koch, Geschäftsführer der Koch Getränke GmbH, ein faires Produkt in seine Angebotspalette aufzunehmen.

„Wir alle haben eine gemeinsame Verantwortung, dass diejenigen, die uns den Tisch decken, auch selber satt werden“ sind sich Udo Schwens, Geschäftsführer der gemeinnützigen bistro und kaffeebar unErwartet GmbH und Andreas Skoruppa vom Kreis Lippe einig. Fair ist also, nicht billig einzukaufen, wofür andere teuer bezahlen. Das gilt für Hersteller aus Übersee genauso wie für deutsche Produzenten von Lebensmitteln. Der Kreis Lippe hat sich daher dafür ausgesprochen, nur noch fair gehandelten Orangensaft in der kreiseigenen Kantine anzubieten – denn fairer Handel lebt vom Handeln.


Nicht jedes Kind hat die Chance auf Schulbildung und muss schon früh für seinen Lebensunterhalt eigenständig aufkommen. Gerade bei der Ernte von Kakaobohnen arbeiten Kinder oftmals unter lebensbedrohlichen Bedingungen.
Alle Produkte des Fairen Handelt sind ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt. Die Kinder dürfen nur in dem Umfang mitarbeiten, dass sie trotz der Tätigkeit zur Schule gehen können und deren Bildung durch die Arbeit nicht beeinträchtigt wird. Sie dürfen keine Arbeit verrichten, die ihrer Gesundheit und Entwicklung schaden. Ausbeuterische Kinderarbeit sowie Zwangsarbeit sind im Fairtrade-System verboten. 
Die ProduzentInnen fair gehandelter Waren (u.a. Kakao, Zucker, Kaffee, Tee) erhalten faire Löhne und können damit ihrer Existenz und die ihrer Familien sichern. Auch wird die Schulbildung in den Produzentenländern gefördert. Mit dem Projekt „Faire Schultüte“ möchte der Kreis Lippe einen Beitrag zur Unterstützung des Fairen Handels leisten. Durch Information und Angebote will das Projekt erreichen, dass die Schultüten der Kinder mit Produkten des Fairen Handels bereichert werden.
Der Kreis Lippe arbeitet in diesem Projekt mit der Lippischen Landeskirche und dem Eine-Welt-Laden Alavanyo zusammen.